Outdoor Herbst in Rheinland-Pfalz

Outdoor Herbst in Rheinland-Pfalz. Während in den Alpen die Lärchen die Bergwälder in glühende Farben tauchen, sind es in Rheinland-Pfalz die Weinberge, welche vor dem Winter für ein farbliches Feuerwerk sorgen. Wo Ihr im Outdoor Herbst in Rheinland-Pfalz ansehen solltet, stellen wir Euch vor.

Der 15 Kilometer lange Schienenstrang der Hunsrückbahn zwischen Boppard am Rhein und Emmelshausen ist die steilste fahrplanmäßig betriebene Bahnstrecke in Deutschland. Auf dem acht Kilometer langen Abschnitt zwischen Boppard und dem Bahnhof Buchholz bewältigt die Hunsrückbahn 336 Meter Höhenunterschied.

Neben der Steilstrecke ist das 50 Meter hohe Hubertus-Viadukt ein besonderer Hingucker. Mit sechs Bögen überspannt es auf 150 Metern Länge die Hubertusschlucht und war bei Eröffnung der Bahnstrecke 1908 die höchste Steinbogenbrücke Deutschlands. Ein weiteres Viadukt über dem Rauschenloch und fünf Tunnel machen aus der Bahnfahrt vom Rheintal auf die Hunsrückhöhen ein eindrucksvolles Erlebnis.

Die Bahn verkehrt täglich im Stundentakt zwischen dem Rheintal und den Hunsrückhöhen. Die Fahrt dauert circa 30 Minuten und lässt sich gut mit einer Wanderung auf dem Hunsrückbahn-Wanderweg, der nahe an der Bahnstrecke entlang zurück nach Boppard führt, oder mit einer Radtour auf dem Schinderhannes-Radweg, weiter in den Hunsrück hinein, verbinden.

Das Hubertusviadukt der Hunsrückbahn Mit sechs Bögen überspannt das Hubertus-Viadukt auf 150 Metern Länge die Hubertusschlucht und war bei Eröffnung der Bahnstrecke 1908 mit 50 Metern die höchste Steinbogenbrücke Deutschlands. foto (c) Thomas Biersch/Tourist-Information Emmelshausen

Bahntrassenradweg ist ideal für Familienausflüge

Der Schinderhannes-Radweg wurde auf der in den 1990er-Jahren stillgelegten Trasse der Bahn zwischen Emmelshausen, Kastellaun und Simmern gebaut. Auf einer Länge von 38 Kilometern gibt es dort beeindruckende Aussichten über die weite Hunsrücklandschaft, die früher nur aus dem Zugfenster genossen werden konnten. Die Flammensäule in Pfalzfeld, Kastellaun mit restaurierter Altstadt und der hoch über der Stadt thronenden Sponheimer Burg oder Simmern mit Hunsrück-Museum und Schinderhannesturm bieten sich unterwegs für einen Zwischenstopp an. Der kurvenreiche aber nicht steile Schinderhannes-Radweg ist ideal für eine Radtour mit der ganzen Familie. Von Anfang Mai bis Ende Oktober verkehrt an Samstagen sowie an Sonn- und Feiertagen sechs Mal täglich ein Radlerbus zwischen Kastellaun, Emmelshausen und der Untermosel.

Alter Güterschuppen ist jetzt das Hunsrückbahn-Museum

Im alten Güterschuppen direkt neben dem Bahnhof Emmelshausen zeigt das Hunsrückbahn-Museum Uniformen, Lampen oder Signale, Sitzbänke, einen Fahrkartenschalter sowie eine Dampflokglocke mit Pfeife. Das alte Stellwerk wurde von Eisenbahnfreunden wieder in Gang gesetzt und so ganz nebenbei erfährt der Besucher auch etwas zur Geschichte der Stadt Emmelshausen, die eng mit dem Bau der Bahnstrecke verbunden ist. Das Hunsrückbahn-Museum ist ab 2021 wieder von Anfang Mai bis Anfang Oktober, sonn- und feiertags von 9.30 bis 12.30 Uhr geöffnet. Der Museumsbesuch kostet zwei Euro pro Person, Kinder bis 16 Jahre haben freien Eintritt.

Weitere Informationen unter www.gastlandschaften.de/hunsrueck Detailinfos zum Schinderhannes-Radweg unter https://www.tourenplaner-rheinland-pfalz.de/de/tour/bahntrassenradweg/schinderhannes-radweg/3381348/

Outdoor Herbst in Rheinland-Pfalz: Weinberg, mein Berg!

Die Nahe ist ein 125 Kilometer langer Nebenfluss des Rheins. Auf ihrer Reise von West nach Ost gräbt sie sich tief in die Landschaft ein und formt steile Hanglagen, an denen der Wein wächst. Im Herbst leuchten die Rebhänge in prächtig gelben Farben, derweil der Fluss, überragt von Felsformationen in mystischem Dunkelblau, durch das Tal zieht.

Weingüter und Straußwirtschaften

Ein Landschaftsbild wie gemalt! Wer es in aller Ruhe genießen will, der geht am besten zu Fuß: Der 95 Kilometer lange Weinwanderweg Rhein-Nahe führt mitten durch die Reben. Er beginnt in Kirn und endet in Bingen am Rhein. Dazwischen liegen traumhafte Aussichten, Winzerhöfe und Weindörfer, die zu einer Rast einladen. In der Saison haben auch Straußwirtschaften geöffnet, die ihre eigenen Produkte zum Verzehr anbieten.
Auch andere Stationen auf dem Weg verdienen es, dass man ihnen Beachtung schnekt: Das Rheinland-Pfälzische Freilichtmuseum in Bad Sobernheim etwa, das Salinental in Bad Kreuznach, der Heimbergturm in Schloßböckelheim oder die Klosterruine Disibodenberg, wo einst die Laufbahn der berühmten Hildegard von Bingen begann. An der Endstation in Bingen kann man dann im Museum am Strom die Ausstellung über ihr Leben besuchen. Eine Vielzahl von Highlights also, nur das traditionelle Weinwanderweg-Fest kann aufgrund der Corona-Pandemie in diesem Jahr nicht stattfinden.

Übernachtung mit Gepäcktransport

Es lohnt sich, der Tour auf dem Weinwanderweg Rhein-Nahe etwas Zeit zu widmen. Man kann sie etappenweise mit drei bis sechs Übernachtungen gehen. In der aktuellen Nahereisen-Broschüre finden sich Pauschalangebote rund um die Route, mit allen Hotels entlang der Strecke und Möglichkeiten des Gepäcktransfers sowohl für den gesamten Weg als auch für Teilstrecken.

Herbstlich unterwegs an der Nahe auf dem Weinwanderweg Rhein-Nahe Der 95 Kilometer lange Weinwanderweg Rhein-Nahe ist vor allem im Herbst ein Hochgenuss.Vorbei an bunt gefärbten Reben, Winzerhöfen und Straußwirtschaften. Der Weg beginnt in Kirn und endet in Bingen, im Bild zun sehen Gut Hermannsberg in Niederhausen. foto (c) Philipp Köhler/Nahecopter

Outdoor Herbst in Rheinland-Pfalz: Überhaupt nicht lahnweillig!

Der Herbst ist Wanderzeit. Wenn sich die Blätter rot und gelb verfärben und die Nebel mystisch aufsteigen, dann entfaltet die Natur ihre ganze Pracht. Im Lahntal und auf seinen Höhenzügen gibt es eine Vielzahl von bestens ausgeschilderten Wanderwegen.

Eine besonders attraktive Variante ist die Vier-Täler-Tour im Naturpark Nassau rund um die Verbandsgemeinde Bad Ems-Nassau. Die 19 Kilometer lange Strecke ist etwas für echte Wanderer, mit durchaus anspruchsvollen Passagen und steilen Anstiegen. Doch der Weg lohnt sich: Entlang verwunschener Weiher im Mühlbachtal oder dem spektakulären Wasserfall im Teufelsdell zeigt sich der wildromantische Charakter der Region.

Durchs schöne Jammertal

Auch das sagenumwobene Jammertal liegt auf der Strecke sowie das imposant über der Lahn thronende Kloster Arnstein. Der Weg führt von Nassau nach Obernhof, dort kann man zum Abschluss in eines der urigen Weinlokale einkehren und mit der Lahntalbahn zurückfahren.
Wer es kürzer und gemütlicher haben möchte, der kann sich in Dausenau auf den „Brückenrundweg“ machen. Gerade mal drei Kilometer ist die gemütliche Spazierrunde lang. Sie führt durch einen Ort, der mit seiner malerischen Lage an der Lahn und seinen mittelalterlichen Fachwerkhäusern eine fast filmreife Kulisse hat.

Weitere Informationen unter www.gastlandschaften.de/lahntal sowie im Tourenplaner Rheinland-Pfalz. Informationen zur Vier-Täler-Tour unter https://www.tourenplaner-rheinland-pfalz.de/de/tour/sonstige-rund-und-fernwanderwege/vier-taeler-tour/12373544/

Outdoor Herbst in Rheinland-Pfalz: Begeistert!

Hoch über Erlenbach im Dahner Felsenland steht Burg Berwartstein. Sie gehört neben dem Trifels zu den beliebtesten und meistbesuchten Pfälzer Burgen. Im 12. Jahrhundert als Reichsburg erbaut, wurde sie 1152 von Kaiser Barbarossa dem Bischof von Speyer als Lehen überlassen.

Wer dort die Nacht verbringt, begegnet möglicherweise einer weißen Frau inklusive gruseliger Geschichte: Im Mittelalter soll die Burg bei einem Raubritterzug von Feinden eingenommen worden sein. Dabei fielen der Ritter und alle seine Gefolgsmänner im Kampf, nur die Burgfrau, die sich beim Eindringen der Feinde mit ihrem Säugling versteckt hatte, überlebte. Als die Raubritter im Siegesrausch die Burg in Flammen steckten, wollte sie sich lieber dem Tod als dem rauen Kriegsvolk ausliefern. So stürzte sie sich mit ihrem Kind ins Flammenmeer, das sie augenblicklich verschlang.

Manche Schauergeschichten erzählt davon, dass die Burgfrau bis heute auf der Burg umhergeistert, vor allem in den unterirdischen Felsengängen. Andere Geschichten berichten darüber, dass sie sich nur einmal im Jahr zeigt. Dann rollt zur Nachtzeit ein Wagen durch das Dorf, aus dem am Burgberg die Frau mit ihrem Kind steigt. Sie blickt mit Wehmut auf die Verwüstung und stürzt sich mit ihrem Säugling erneut den Felsen hinab.

Ritterrüstung auf Burg Berwartstein
Hoch über Erlenbach im Dahner Felsenland steht Burg Berwartstein. Sie gehört neben dem Trifels zu den beliebtesten und meistbesuchten Pfälzer Burgen. Im 12. Jahrhundert als Reichsburg erbaut, wurde sie 1152 von Kaiser Barbarossa dem Bischof von Speyer als Lehen überlassen. foto (c) Kurt Groß

Giftprobe, Geständnisse und Gaukler

Bei einer Führung durch Burg Berwartstein geht es auch zum Rittersaal. Bereits unter Kaiser Barbarossa hat es diesen Saal gegeben und damit gehört er zu den wenigen im Original erhaltenen Teilen der Burg. Ebenso erhalten blieben die urige Burgküche und der Brunnen. Er wurde einst von Hand in den Fels gehauen und reicht über 100 Meter in die Tiefe, um in Belagerungszeiten ausreichend Wasser zu haben. Ein Stockwerk höher sind neben Rüstungen und Waffen die Foltergeräte ausgestellt, mit denen einst Geständnisse erzwungen wurden.

Bei einem Rittermahl werden die Gäste in dem mit Fackeln beleuchteten historischen Gemäuer in eine längst vergangene Zeit entführt. Mägde und Knechte servieren auf der Terrasse den Rittertrunk und im Rittersaal warten die Verkündung der Tischregularien, Giftproben und Gaukler, die mit ihren mittelalterlichen Instrumenten das Mahl begleiten.

Outdoor Herbst in Rheinland-Pfalz: Schloss Bürresheim

Im Nettetal bei Mayen ist das malerische Schloss Bürresheim mit einer prachtvollen Innenausstattung eine Kulisse für Filmreifes: Das Rumpelstilzchen war hier ebenso zu Gast wie die Filmcrew von Indiana Jones. Doch die mittelalterliche Ritter- und Wehrburg in der Eifel gelangte nicht erst in der Neuzeit zu sagenhafter Gruselberühmtheit.

Eine Legende berichtet davon, dass sich im Hexenturm, einem abgelegenen und unheimlichen Trakt des Gemäuers, eine Liebesgeschichte ohne Happy End abspielte. Irmgard, die Tochter des Burgherrn Diether von Breitbach, sollte auf Geheiß ihres Vaters den grausamen Spießgesellen Wolf von Virneburg heiraten.

Blutige Rache der Kempenicher

Sie weigerte sich, denn verliebt war sie in Georg von Kempenich. Sie wurde in den Turm verbannt, ihr Liebster stahl sich heimlich zu ihr. Das Liebespaar wurde erwischt, Diether ermordete Georg, und Irmgard ging ins Kloster. Die Kempenicher aber übten blutige Rache. Der in die Enge getriebene Diether stürzte aus dem Turm in den Tode und spukt seitdem herum. Das Schloss hingegen blieb auf Irmgards Bitten verschont und verzaubert heute die Besucher nicht nur rund um Halloween mit einem unvergleichlichen Märchenflair auf einer Zeitreise zwischen Gänsehautgefühl und Romantik.

Weiteres Gruselpotenzial zu Halloween gibt es in der Eifel bei einer gespenstisch guten, familientauglichen Show auf Burg Satzvey in der Nordeifel oder mit fantasievollen Kürbissen auf dem Kartoffelhof Landvogt in der Osteifel.

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