Richtiges Verhalten auf Alm und Alpe: Kuhl bleiben!

Richtiges Verhalten auf einer Alm oder Alpe ist keine Selbstverständlichkeit. Damit Ihr keinen Stress mit Kühen oder anderen Tieren bekommt, gibt es einige simple Regeln. Wenn Ihr dieses Tipps beachtet müsst weder Ihr noch die Kinder einen Angriff von Kühen befürchten. Es kommt gar nicht so weit. Hier sind unsere fünf goldenen Tipps für die Alm oder Alpe.

„Sei nicht dümmer als die Kuh, mach hinter Dir das Gatter zu!“ liest ein Wanderer auf dem Weg zur Finzalm (Mittenwald/Karwendel) laut vor. Landwirte haben dieses Schild am Tor im Weidezaum angebracht. Schon sind wir bei der ersten Regel zum richtigen Verhalten auf der Alm:

Goldene Regel für die Alm und Alpe: Macht die Tore zu!

Wenn auf den hochgelegenen Weiden Kühe, Galtvieh oder Pferde grasen ist das keine Aktion vom örtlichen Tourismusverband. Weil sich die Tiere vor der Almhütte so toll machen. Mit dem Nutzvieh wollen die Landwirte Geld verdienen. Die Kühe, Schafe oder Ziegen sind deren Existenzgrundlage und entsprechend wertvoll. Auch wenn es beim Discounter 100 Gramm Schweineschnitzel für 99 Cent zu kaufen gibt. Wenn Ihr ein Tor im Weidezaun öffnet, dann schließt es bitte wieder. Jedes Jahr müssen Sennerinnen und Senner lange nach entlaufenen Tieren aus ihrer Herde suchen. Dabei können die Kühe gar keine Tore von alleine öffnen…….

Goldene Regel Nummer Zwei für die Alm und Alpe: Bleibt auf den Wanderwegen

Durch die Weidegründe der Almen führen Wege. Auch wenn manche Abkürzung satte zwei bis drei Sekunden weniger Gehzeit bringt: Bleibt bitte auf den Wegen. Die Weiden sind mehr als „nur“ Wiesen. Hier fressen sich die Nutztiere ihre Bäuche voll. Ist das Gras von Wanderern zertrampelt finden die Kühe, Schafe, Pferde oder Ziegen weniger zum Fressen.

Goldene Regel Nummer drei für die Alm und Alpe: Finger weg von Fohlen und Kälbchen

Süß sehen die Kälbchen und die Fohlen aus. Da wollen Erwachsene und Kinder diese schnuckeligen Tierbabys so gerne streicheln. So schwer es auch fällt: Lasst bitte die Hände von diesen Jungtieren. Dafür gibt es einen guten Grund: Zu einem Kalb gehört auch eine Kuh und die reagiert wie alle Mütter, wenn jemand fremdes dem Nachwuchs zu nahe kommt: Gereizt! Deshalb füttert die Kälbchen und Fohlen nicht und kommt ihnen nicht zu nah. Dann gibt es auch keinen Stress mit der Mama.

Goldene Regel Nummer vier für die Alm und Alpe: Mit Abstand geht´s am besten!

„Mit den Kühen ist es wie beim Autofahren“ sagte mir einmal ein Senn „Mit genug Abstand gibt es keine Probleme!“ Recht hat er der Experte. Haltet immer einige Meter Entfernung zu den Tieren auf der Weide. 20 Meter sollten es auf jeden Fall sein. Erst dann fühlen sich diese keinesfalls angegriffen und reagieren nicht auf Euch. Wenn mehrere Kühe auf dem Wanderweg stehen, dann gilt hier: Der Klügere weicht aus. Umgeht die Tiere weiträumig und Ihr habt keinen Ärger. Wenn ein Rind stinksauer auf Euch ist, dann könnt Ihr das leicht erkennen. Zuerst bleibt das Tier stehen und schaut in Euere Richtung. Die Rinder sehen alles andere als gut. Während das Rind steht hebt und senkt es den Kopf. Immer wieder federn die Tiere leicht in den Knien und schnauben dabei. Die Vorbereitung zum Angriff. Um seine Aggression zu zeigen scharrt das Tier im Boden und brüllt. Höchste Zeit, dass Ihr Euch entfernt. Tut das langsam und dreht dem erbosten Rind keinesfalls den Rücken zu. Wenn es immer noch böse auf Euch ist, geht es ein paar Meter in Euere Richtung. Das hat seinen Grund: Es will sein Ziel fixieren. Und dann, ja dann läuft das Tier los……..Wenn Ihr einen Hund dabei habt, so entfehlen die Experten von der Landwirtschaftskammer Tirol, diesen los zu leinen.

Goldene Regel Nummer fünf für die Alm und Alpe: Keine Stockkämpfe

Bei Star Wars gibt es immer wieder perfekt choreographierte Kämpfe mit dem Laserstock. So eine Einlage bringt Euch auf der Alm herzlich wenig, wenn Euch eine verärgerte Kuh angreift. Fuchtelt nicht mit den Wanderstöcken herum und schlagt damit keinesfalls die Tiere. Die Fachleute von der LK Tirol empfehlen nur im absoluten Notfall mit dem Stock das angreifende Rind gezielt auf die Nase zu schlagen. Doch lasst es am besten gar nicht so weit kommen. „Sei nicht dümmer als die Kuh, mach hinter Dir das Gatter zu!“

 

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